Deutsch ist rot geschrieben. :)
Scroll down to read in English. :) English text appears green.

Dienstag, 20. Januar 2015

Pandas für den Panda - Pandas for the Panda

Kurz vor Ende des letzten Jahres haben das Prachtexemplar und ich uns entschlossen, ein Auto zu kaufen. Unser allererstes. Berufliche Entwicklungen haben das jetzt notwendig gemacht, obwohl wir ja beide eigentlich leidenschaftliche Zugfahrer sind. Natürlich bietet ein Auto eine gewisse Flexibilität und gerade bei mehr Gepäck auch einiges an Komfort, allerdings war für uns doch der Umweltaspekt auch ein Thema und die Kosten sind natürlich auch nicht wenig. Wobei, beim Thema Kosten, es ist halt so, man hört und liest immer, wie arm die ganze Autofahrercommunity ist, die "Melkkuh der Nation(en)", etc., aber ganz ehrlich, es ist fast schockierend, dass ich, auch wenn ich ALLEINE im Auto fahre, trotz Halbpreisticket mit dem Auto oft günstiger unterwegs bin, als mit den Öffentlichen. Ja sicher, man hat die Anschaffungskosten, aber die waren bei unserem jetzt nicht so wahnsinnig hoch. Da läuft meiner Meinung nach nicht alles ganz richtig. 


Auch wenn wir nicht ganz auf die Bahn verzichten möchten und trotz der Umweltbedenken freuen wir uns auch über unser Auto. Entschieden haben wir uns relativ spontan, ein blauer Fiat Panda, der von privat von Salzburg nach Graz gebracht wurde (also, ein "Nein" war eigentlich dann nicht mehr wirklich möglich...). Sozusagen nach Gefühl und Bild gekauft. Wir sind in schon einige Kilometer gefahren, es passt alles, noch sind keine versteckten Mängel aufgefallen, die Verkäuferin war ehrlich (man hört da ja Geschichten...). 


frisch gewaschen
frisch gewaschen und geföhnt
all neat and clean


Das kleine Loch im Schaltsack (ich geb's zu, ich habe diesen Begriff vorher gegoogelt, ich wusste nicht wie das heißt) hat uns die Vorbesitzerin schon gezeigt. Vielleicht wär es mir sonst gar nicht aufgefallen. Oder es wäre mir aufgefallen und ich hätte mich dann geärgert. So hat es für mich dann aber immer größer und größer ausgesehen. Kennt Ihr das? Wo man einen Fehler sieht und der wird, obwohl er klitzeklein ist, plötzlich so massiv? Auf jeden Fall hat es gereicht dafür, dass ich mich plötzlich auf irgendwelchen Tunig-Seiten wiederfand, und kurz davor war, sündhaft teures Abarth - Zubehör zu bestellen. Doch irgendwie hat mich dann doch noch ein Stimmchen der Vernunft erreicht (bzw. der entsetzte Protest des Prachtexemplars) und mir fiel die beste aller Nähmaschinen ein. 

Herr Z., der Autoexperte des Vertrauens, hat mir dann gezeigt wie man den Schaltsack abmontiert. Im Kopf hatte ich die "Bamboo" - Kollektion von enemenemeins für Lillestoff und tatsächlich konnte den noch ergattern. Weil, viel besser kann's nicht passen für einen kleinen blauen Panda. Dann habe ich mir noch ein Stückchen Leder besorgt (es gab ein kleines Reststück im perfekten Blau! Also Vorhersehung!) und den alten Schaltsack mitgenommen. Dann ging es ab an die Arbeit:
Selbstgenähter Schaltsack

Als erstes schreibe ich auf den alten Schaltsack Ziffern, damit ich später weiß, was wohin gehört. Dann schneide ich den alten Schaltsack an den Nahtlinien entlang auf, so dass ich sechs einzelne Teile erhalte. Weiters übertrage ich diese Teile auf das Leder und zusätzlich dazu jedes zweite Teil auch auf den Jersey. Schließlich Stecke ich die Teile passend aufeinander und nähe sie zusammen. Mit einem Messer schneide ich an den jeweiligen Markierungen ein und spanne den Sack über den Plastikring (da war der alte Schaltsack drauf). Noch auf links gedreht ziehe ich die Rückwärtsgangarretierung (so heißt das Ding, habe ich gelesen :-) ) durch die obere Öffnung und fixiere das Ganze mit einem Kabelbinder. Dann wende ich das Teil auf rechts und schwupps, fertig ist das Tuning-Teil.          

näharbeit
Bastelarbeit
handicrafts

Ich verlinke den Beitrag noch zum Creadienstag und, weil Autos ja auch für Männer interessant sind, zu "Für Söhne und Kerle". Gute Fahrt, bis bald,
Viki


mit pandas
Fertigstellen
finalising

Shortly before the last year ended, the splendid fellow and I decided to buy a car. Our first. This was somehow necessary because of my job. Being passionate train-travellers, this was quite a change for us. Of course, a car gives you a kind of freedom and comfort, but there's the ecological aspect and the cost on the other side. Well, at least we always heard and read about the car drivers being the cash cow and so on, but, honestly, it's quite shocking that on most ways I drive cheaper ALONE in my car than going with public transport, despite a half-price reduction. Of course, we should not forget the initial costs, but with our car they were not too high. In my opinion, there's something foul.

Despite all the thoughts on the environment we like our car. The desition was quite spontanous, a blue Fiat Panda, that a private seller brought from Salzburg to Graz (so a "No" wasn't really possible anymore...). We bought trusting the picture and our feeling. Meanwhile we drove some kilometres and everythings ok, no bad surprises, the sellers had been honest (I had heard stories...).

The seller showed me even the little hole in the gear shift cover (I googeled that term, I didn't even know that it existed). Maybe I wouldn't have seen it. Or I would have seen it later and I would have been cross. Well, knowing it existed, it seemed to get bigger and bigger in my mind. Do you know something like that? That you notice something wrong and the little failure grows massivly? Anyway, it was enough that I found myself surfing on divers tunig-pages, nearly buying some very dear Abarth - accessory. But somehow the soft noise of reason (or more the horrified protest of the splendid fellow) reached me and I thought of the best of all sewing machines.

Mr. Z., the car expert of faith, showed me how to remove the gear shift cover. I thought of the fabric "bamboo", designed by enemenemeins for Lillestoff. Because I wouldn't find a better one for the little blue Panda. Then I bought a piece of leather (a little scrap in perfect blue, kismet!) and took the old gear shift cover. 

Selfmade Gear-Shift-Cover

First I write numbers onto the old gear shift cover, so that I will know, where the pieces belong. Then I cut it along the joints, getting six pieces. I copy the pieces onto the leather and every other piece onto the jersey. I stick the pieces together and sew them. With a knife I cut the marks and stretch the piece onto the ring where I took the old cover from. The cover is still on the wrong side when I pull the reverse gear lock (another term I needed to google :-) ) through the upper opening and fasten it with a cable tie. Then I turn everything on the right side and - hey presto! - I have my tunig-accessory.

I link this post with Creatuesday and, because cars are said to be interesting for men, with "For sons and guys". Drive safe, cu,
Viki


mit lillestoff
wieder eingebaut
built in
Stoffe: "Bamboo" von Enemenemeins für Lillestoff, Leder
Schnitt: Fiat Panda 169 Schaltsack abgezeichnet
Fabrics: "Bamboo" by Enemenemeins for Lillestoff, Leather
Pattern: Fiat Panda 169 gear stick cover, copied



Kommentare:

  1. Ist ja supergenial!!
    Ich glaub, mein grasgrüner Kia könnte da auch noch gepimpt werden :)
    Danke fürs Zeigen und Erklären!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Susanne! Grasgrün klingt auf jeden Fall auch nach lustigen Möglichkeiten :)
      Gerne! Lg, Viki

      Löschen
  2. Wie genial, ich hatte mal ein Auto, da war der Achaltsack auch defekt und habe ein gebatiktes Stück Stoff drumgewickelt, deine Variante ist definitv schöner.
    Liebe Grüße,
    Petra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Petra! Batik ist sicher auch sehr cool und herumhängen wirkt halt irgendwie persönlicher ;-). ich habe auch stricken überlegt, war aber nicht sicher wegen Staub und so.
      Lg, Viki

      Löschen

Vielen Dank fürs vorbeischauen und kommentieren!
Thank you for reading and commenting!